Freitag, 9. Oktober 2009

Gute Werbung: "I shame me so for my English"


Die Berlitz-Sprachenschulen warben im Sommer 2009 für Englisch-Sprachkurse mit Plakaten, Anzeigen und Internet-Bannern; darauf das Bild eines Mädchens, das sein Gesicht hinter der hoch gezogenen roten Bluse verdeckt und sagt: „I shame me so for my English.“
Die von der Agentur excite (Frankfurt) entwickelte Kampagne war auffällig, witzig, werbewirksam, gelungen!

Normalerweise kritisiere ich an dieser Stelle englische Slogans im deutschen Sprachraum, weil sie erwiesenermaßen im größten Teil des deutschsprachigen Publikums kaum Emotionen auslösen und oft missverstanden werden. Ganz anders in diesem Fall! Wenn man diesen peinlichen Satz liest und sich vorstellt, ihn selbst auszusprechen, dazu noch das sehr gelungene Foto sieht, spürt man geradezu, wie die eigenen Ohren anfangen zu glühen. Alle, die sich nicht betroffen fühlen, lachen befreit auf und erzählen das Erlebnis weiter, wiederholen dabei den Slogan - und fragen sich im Stillen, ob sie wirklich gut genug Englisch (oder Französisch) sprechen, und ob ein Sprachkurs nicht vielleicht doch… Und wer sich ertappt fühlt, dem bietet die Werbung sofort einen Ausweg aus der Scham-Falle, schon alleine dadurch, dass sie die Betroffenen im Club willkommen heißt.

Die Kampagne nutzt geschickt die Zweibahnstraße Internet und regt zum Weitertexten an: Unter dem Motto „I laugh me dead“ kann jeder ähnlich verkorkste Sätze wie den Berlitz-Slogan eingeben und sich so verewigen. Mein erster Vorschlag dort war: „Oh you love time!“ Dieses lustige Spiel regt übrigens dazu an, sich über die zuweilen merkwürdige Grammatik der eigenen Muttersprache zu wundern.